3 Elemente einer erfolgreichen Facebook-Wahlkampagne: Bilderauswahl

Forum 3 Elemente einer erfolgreichen Facebook-Wahlkampagne: Bilderauswahl

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    Cecilia Mussini
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    Seien wir ehrlich: Wie viele von uns lesen schon extrem lange Posts, wenn nicht einmal ein Bildchen dabei ist?
    Bilder sind extrem relevant für unsere Wahrnehmung: Kulturwissenschaftler sprechen seit guten 25 Jahren von “Iconic Turn”, um die hohe Bildersensibilität unserer Gesellschaft zu beschreiben.

    Welche Bilder bevorzugt Katharina Schulze?

    Definitiv keine gestellten Bilder.

    Nur das Profilbild und ein Paar wenige Plakatbilder zeigen die eindeutigen Merkmale von Fotostudios auf. Das Profilbild mit grünem Hintergrund betont sehr stark ihr Lächeln und will einen coolen und modernen Eindruck vermitteln – will aber auch die menschliche Nähe und die Energie zum Ausdruck bringen, die das Lächeln ausstrahlt. In einem Plakat über Strategien gegen rechtsextreme Hetze wird nochmal ein gestelltes Bild benutzt. Allerdings wirkt Schulze understated: Sie ist kaum geschminkt und ist schlicht angezogen. Somit wird das “Unnatürliche” vom Fotostudio quasi “weggewischt”: Die Professionalität des Bildes betont die einfache Kampfbereitschaft von Schulze und nicht ihr Aussehen oder ihre Empathie.

    Die meisten Bilder sind aber wie gesagt nicht gestellt. Man sieht Schulze unter Menschen bei einer Großdemo, mit ihrem Team unterwegs, wenn sie Spaß an körperlicher Arbeit hat und auch in Tracht, aber mit Spezi (also traditionell aber mit einem klaren persönlichen Akzent, als ob sie sagen würde: Tradition, Ja, aber auf meine Art). Es wundert in diesem Kontext nicht, dass selbst professionelle Cards oft spontane – wenngleich sehr wohl professionelle – Bilder von “Schulze in Action” zeigen.

    Ähnliche Anmerkungen gelten auch für die vielen Videos, die im Laufe der Wahlkampagne von Schulze gedreht wurden. Das Video zur zweiten der 10 Ideen, die die Grünen als Zusammenfassung von ihrem Programm vorgestellt haben, befasst sich mit Gleichberechtigung. Der Drehort ist schlicht: ein Holzschrank, ein kleiner Schreibtisch, eine Tischlampe. Und neben der Rednerin das berühmte Bild “We can do it”, das jeder mit dem Thema “Frauenarbeit” in Verbindung bringt. Das Video ist farbenfroh und die Musik heiter, im Anklang mit der ganzen Kampagne der Grünen. Und am Ende macht Schulze ihren Bizeps stark: Somit macht sie das Poster im Hintergrund nach und nimmt selbst und erneut Bezug auf das von ihr sehr geliebte Bizeps-Emoji, das gerade bei feministischen Themen oft Verwendung findet.

    Wie haben diese Bilder auf Sie gewirkt? Worauf achten Sie, wenn Sie Facebook-Bilder anschauen? Was weckt Ihre Aufmerksamkeit? Was wollen Sie gar nicht sehen?

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