Wer im Glashaus sitzt… Ein paar Dinge, die man nicht machen sollte

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    Antje Schrupp
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    Neben Dingen, die man im Internet-Wahlkampf gut machen kann, gibt es auch einige Dinge, die man besser nicht machen sollte. Eines davon ist: von den eigenen Problemen ablenken, indem man andere Parteien schlechtmacht oder am Ende noch andere Parteien für Dinge kritisiert, bei denen man sich eigentlich selber an die Nase fassen wurde.

    In diesem Wahlkampf ist mir das in Hessen vor allem Seitens der SPD aufgefallen, die über gewisse Strecken keinen Pro-SPD-Wahlkampf gemacht hat, sondern einen Anti-Grünen-Wahlkampf, zum Beispiel hier oder hier oder hier oder hier (von Thorsten Schäfer-Gümbel retweetet). Das wurde vor allem schlimm, als wenige Tage vor der Wahl eine neue Umfrage herauskam, wonach die Grünen die SPD überholt hatten.

    Die Verlockung  ist  natürlich  groß,  sowas zu  machen, weil man unmittelbar Applaus bekommt und sich vielleicht auch ein wenig den Ärger von der Seele schreiben kann. Und man kann verstehen, dass gerade das drohende Überholtwerden von Grün die SPD-Leute nervös gemacht hat.

    Allerdings kommt so ein Anti-Wahlkampf vor allem bei der eigenen Kerngruppe an. Er funktioniert gut bei Parteien, die gerade im Trend und am Wachsen sind – die AfD sammelt Stimmen vor allem über Anti-Wahlkampf. Bei Parteien hingegen, die gegen einen Abwärtstrend kämpfen, verärgert man so leicht gerade diejenigen, die etwas schwankend sind. Da bleibt ein unangenehmer Nachgeschmack – gerade bei denen, die an den Rändern des eigenen Milieus sind.

    Ähnlich war es übrigens mit einer anderen Aktion der SPD, die zumindest in meiner Timeline sehr kritisch kommentiert wurde, nämlich die Verleihung des Olympe de Gouges-Preises Kristina Hänel durch die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Hessen Süd. Eigentlich natürlich eine gute Aktion, um sich feministisch zu positionieren – Kristina Hänel ist ja die Gießener Ärztin, die sich auch nach einer Verurteilung nach §219a (der Werbung für Abtreibung verbietet) weiterhin sachliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche auf ihrer Homepage hat und das durch mehrere Instanzen vor Gericht durchkämpft.

    Das Problem nur: Es war die SPD, die durch ihren Schlingerkurs auf Bundesebene verhindert hat, dass eine Initiative zur Abschaffung des §219a zustande kam.

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen – diese alte Spruchweisheit gilt generell, aber im Internet gilt sie eben doppelt und dreifach. Und sie gilt natürlich nicht nur für die SPD, sondern für alle Parteien.

    Sind euch auch Beispiel dafür im Wahlkampf aufgefallen?

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